Verband Internationaler Tauchschulen

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Verband Internationaler Tauchschulen - VIT
VIT logo.svg
Gründungsdatum/-jahr 23.03.1976
Gründungsort München
Präsident Georg Arends
Verbandssitz Burglengenfeld
Offizielle Sprache(n) deutsch, englisch
Homepage https://www.vit.info

Der Verband Internationaler Tauchschulen – kurz VIT – ist ein als e.V. organisierter, international aktiver Tauchsportverband, der 1976 in München gegründet wurde. Primäres Ziel des VIT ist die Aus- und Weiterbildung von Tauchern und Tauchlehrern in allen Bereichen des Geräte- und Freitauchens.

Der VIT ist Mitglied im Dachverband RSTC Europe, was die Anerkennung der Taucher- und Tauchlehrerausbildung auf internationaler Ebene durch die anderen dem RSTC angeschlossenen Organisationen sicherstellt. Weiterhin wird durch die Konformität der Ausbildung mit CMAS-Standards und durch Lizenzverträge sichergestellt, dass die Tauchlehrer im VIT zusätzlich nach diesen Richtlinien ausbilden und CMAS-Tauchscheine ausstellen können.

Geschichte

Der VIT wurde am 23.03.1976 in München gegründet. Anlass war die Vision, Tauchlehrern in einem professionell geführten und kommerziell ausgerichteten Tauchsportverband die Möglichkeit zu eröffnen, Tauchausbildungen nicht nur auf vereinsbasis und sporadisch im Urlaub durchzuführen, sondern auch davon leben zu können. Der Name Verband Internationaler Tauchschulen ergab sich daraus, dass bereits an der Gründung des Verbands Tauchlehrer und Tauchschulen beteiligt waren, die im gesamten europäischen Raum aktiv waren.

Die Jahre nach der Gründung waren vom Aufbau des Verbandes geprägt. Die zu dieser Zeit entwickelten mehrsprachigen Taucherpässe zur Beurkundung abgelegter Tauchkurse und kompakten Taucherlogbücher sind bis heute in ähnlicher Form erhältlich. Durch die Übernahme der Ausbildungsstandards der CMAS wurde die internationale Anerkennung der Tauchausbildung sichergestellt. Schließlich wurde 1983 zwischen verschiedenen Tauchsportverbänden vertraglich geregelt, dass für Taucher, die von den angeschlossenen Tauchlehrern ausgebildet wurden, ein Tauchschein nach CMAS-Standards beantragt werden kann. Durch den modularen Aufbau der Tauchausbildung wurde es Tauchschülern ermöglicht, die ihre Ausbildung mangels Zeit oder örtlicher Gegebenheiten bei einer Tauchschule nicht abschließen konnten, diese bei einer anderen VIT-Tauchschule fortzusetzen.

Der VIT ist seit 1981 auf der weltweit wichtigsten Wassersportmesse, der boot in Düsseldorf als Aussteller vertreten. Seit 1986 haben VIT-Mitglieder die Möglichkeit, sich dort zu präsentieren. Mitte der 1980er Jahre waren dem Verband über 100 Tauchschulen weltweit angeschlossen. Der VIT hat seit 1984 verschiedene Printmedien wie die VIT-Tauchwelt oder das VIT-Magazin aufgelegt, die sowohl Artikel über den Tauchsport im Allgemeinen, Taucherausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten enthielten, als auch von den Mitgliedern als Werbeplattform genutzt werden konnten. Seit dem Beginn der Digitalisierung zum Ende der 1990er Jahre werden derartige Inhalte auf der Homepage des Verbandes präsentiert und dort den Mitgliedern des Verbandes die Möglichkeit geboten, ihre Angebote zu bewerben und selbstständig Veranstaltungen auszuschreiben.

Der Verband war immer bestrebt, neue Trends in der Sporttaucherbranche frühzeitig aufzugreifen und zu integrieren bzw. neue Impulse zu geben. Beispielsweise gehörten die angeschlossenen Tauchlehrer 1984 zu den ersten, die den ersten Tauchcomputer Decobrain umfangreichen Tests unterzogen und ihn in größerem Umfang in den VIT-Tauchschulen einsetzten. In der VIT-Tauchwelt wurde 1986 ein Artikel zum Thema umweltbewusstes Tauchen veröffentlicht, der großes mediales Echo fand und dazu beitrug den Umweltschutz auch bei der Sporttaucherausbildung verstärkt in den Fokus zu rücken.

Die Vorteile, die ein Ausbildungssystem bietet, das noch stärker auf Modularisierung und Spezialisierung in der Tauchausbildung setzt, wurden beim VIT frühzeitig erkannt. Deshalb wurden bereits 1985 Spezialkurse für Orientierung beim Tauchen, Tauchsicherheit und -rettung, Nachttauchen, Strömungstauchen und Unterwasserfotografie eingeführt. Einige dieser Kurse wurden 1991 in den neuen Ausbildungsrichtlinen der deutschen Vertretung der CMAS, des Verbands Deutscher Sporttaucher, als Voraussetzungen für Kurse im Fortgeschrittenenbereich integriert. Bei der Erarbeitung war der Ausbildungsleiter des VIT Martin Waldhauser federführend beteiligt und konnte einige entscheidende Verbesserungen und Änderungen einbringen: Der Tauchlehrer hat mehr Entscheidungsfreiheit, um in Abhängigkeit von den Gewässerverhältnissen Tauchtiefe und Gruppengröße innerhalb bestimmter Grenzen selbst festzulegen. Ein Tauchkurs soll nicht mehr mit einer Prüfung abgeschlossen werden, sondern das Brevet soll die Bestätigung einer abgeschlossenen Ausbildung sein. Zudem wurde der Charakter der Ausbildungsstufen von den Kriterien tiefer, weiter und schneller zu einer Erweiterung der taucherischen Kenntnisse und Fähigkeiten geändert. Diese beiden Aspekte bilden bis heute zwei Grundsätze des VIT: Ausbildung statt Prüfung und Kompetenz durch Wissen.

Im Bestreben, die Tauchausbildung weltweit zu vereinheitlichen und Tauchscheine auch über Verbandsgrenzen hinweg anzuerkennen, wurde der VIT 1994 Gründungsmitglied des RSTC Europe und ist mit einer kurzen Unterbrechung in den 2000er Jahren bis heute Mitglied. Der Verband war zudem 2001 Gründungsmitglied der CMAS-Germany, eines Arbeitsbereichs des VDST. Auch nach deren Auflösung im Jahr 2005 wurde mit dem VDST lizenzvertraglich vereinbart, dass VIT-Tauchlehrer nach CMAS-Richtlinien ausbilden und CMAS-Tauchscheine ausstellen können.

Mit Renate Hirse wurde 2009 erstmals eine Frau an die Spitze eines international aktiven Tauchsportverbands gewählt. In den Folgejahren konnte der VIT Akzente im Bereich des Kindertauchens setzen: Das Elternbrevet Sicher mit Kindern tauchen soll den Eltern von tauchenden Kindern die wichtigsten Grundlagen, auf die sie achten sollen, näher bringen und richtet sich sowohl an Taucher als auch an Nichttaucher. Konsequente Weiterentwicklungen waren ein Zertifikat für kindgerechte Tauchbasen, ein modular aufgebautes Nachwuchsförderprogramm im Bereich Freitauchen (Mermaiding) und Spezialausbildungen zum Thema Tauchen 50plus.

Seit 2018 betreibt der VIT unter dem Motto Kompetenz durch Wissen die E-Learning-Plattform Taucherpedia, deren Inhalte frei und kostenlos verfügbar sind.

Ausbildungssystem

Brevetierungslinie Sporttauchen

Das Ausbildungssystem ist modular aufgebaut und basiert auf dem System der CMAS. Es gliedert sich grundlegend in Anfängerausbildung, Fortgeschrittenenausbildung, Tauchlehrerausbildung und Spezialkurse. Zudem existieren Brevetierungslinien für Kindertauchen, Freitauchen, Rebreathertauchen und Unterwasserfotografie.

Die wichtigsten Ausbildungsstufen mit Freiwassertraining sind nachfolgend beschrieben.

Anfängerausbildung

VIT Basic Diver

Die Ausbildung zum VIT Basic Diver umfasst die theoretische Ausbildung auf Einsteigerniveau, die Schwimmbadausbildung und zwei Tauchgänge im Freiwasser. Das Mindestalter beträgt 12 Jahre und es ist eine bestandene Tauchtauglichkeitsuntersuchung nachzuweisen. Der Taucher ist nach Abschluss berechtigt, in Begleitung eines Tauchgruppenführers Tauchgänge im Freiwasser zu unternehmen. Die Ausbildung erfüllt die Anforderungen der ISO 24801-1 / EN 14153-1 (Supervised Diver).

VIT Open Water Diver* / CMAS*-Taucher

Die Ausbildung zum VIT Open Water Diver* kann aufbauend auf den VIT Basic Diver oder als Kurs, der die Inhalte des VIT Basic Divers umfasst, durchgeführt werden. Zusätzlich müssen insgesamt fünf Freiwassertauchgänge absolviert werden. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre und es ist eine bestandene Tauchtauglichkeitsuntersuchung nachzuweisen. Der Taucher ist nach Abschluss berechtigt, in Begleitung eines erfahrenen Tauchers Tauchgänge im Freiwasser zu unternehmen. Die Lehrinhalte sind identisch zu denen eines CMAS*-Tauchers und erfüllen die Anforderungen der ISO 24801-2 / EN 14153-2 (Autonomous Diver).

Fortgeschrittenenausbildung

VIT Experienced Diver** / CMAS**-Taucher

Im Gegensatz zu einem Advanced Open Water Diver ist die Ausbildung zum VIT Experienced Diver** keine Anerkennungs-, sondern eine Ausbildungsstufe. Der Taucher wird im Rahmen der Ausbildung gezielt an das sichere Führen einer kleinen Tauchgruppe mit Tauchern gleichen oder höheren Ausbildungsstands, das Management von Problemsituationen und die Teilnahme an anspruchsvollen Tauchgängen herangeführt. Die Theorieausbildung vertieft und erweitert das Grundwissen aus der Ausbildung zum VIT Open Water Diver*. In vielen anderen Ausbildungssystemen entspricht dieses Level einem Master bzw. Rescue Diver. Die Lehrinhalte sind identisch zu denen eines CMAS**-Tauchers.

Folgende Voraussetzungen sind notwendig:

VIT Dive Master*** / CMAS***-Taucher

In der Ausbildung zum VIT Dive Master*** liegt der Fokus auf der Führung von Tauchgruppen mit wenig erfahrenen Tauchern und dem Notfallmanagement. Die Lehrinhalte sind identisch zu denen eines CMAS***-Tauchers und erfüllen die Anforderungen der ISO 24801-3 / EN 14153-3 (Dive Leader). Der VIT Dive Master*** stellt somit die Ausbildung zum Tauchgruppenführer bzw. Dive Guide dar.

Folgende Voraussetzungen sind notwendig:

Tauchlehrerausbildung

Die Tauchlehrerausbildung wird von Instructor Trainern (TL***) lokal bei den Tauchschulen durchgeführt. Die Tauchlehrerprüfungen haben sowohl Prüfungs- als auch Ausbildungscharakter und werden entweder zentral auf Verbandsebene organisiert oder von Kursdirektoren (TL****) nach Freigabe durch den Verband ausgeschrieben. Die Prüfungskomission einer Tauchlehrerprüfung besteht dabei aus Instructor Trainern (TL***) und Kursdirektoren (TL****). Seit der ersten Tauchlehrerprüfung 1976 hat sich im VIT die Praxis etabliert, dass alle Lehrproben, Ausbildungs- und Prüfungstauchgänge mit echten Tauchschülern durchgeführt werden, um die Tauchlehreranwärter so gut wie möglich auf die realen Alltagsbedingungen vorzubereiten.

VIT Assistenztauchlehrer

VIT Assistenztauchlehrer werden dezentral von Instructor Trainern (TL***) ausgebildet und geprüft. Im Rahmen dessen sollen sie gezielt an die Ausbildung von Tauchanfängern herangeführt werden, indem sie unter Anleitung Anfängerkurse abhalten. Nach Abschluss der Ausbildung sollen sie in der Lage sein, selbstständig Anfänger in der Theorie und im Schwimmbad auszubilden. Die Ausbildung erfüllt die Anforderunen der ISO 24802-1 / EN 14413-1 (Scuba Instructor Level 1).

Als Besonderheit müssen Assistenztauchlehrer beim VIT anhand eines Dienstbuches ihre Ausbildung und Tätigkeiten an einer Tauchschule nachweisen, bevor sie zu einer Tauchlehrerprüfung zugelassen werden. Dies soll sicherstellen, dass sie im Rahmen ihrer Assistentenzeit tatsächlich unter Anleitung Taucher ausgebildet und nicht nur Hilfstätigkeiten verrichtet haben.

VIT TL* / CMAS Moniteur*

Ein VIT TL* führt die Anfänger- und Kinderausbildung durch. Weiterhin ist er berechtigt Spezialkurse, die die Voraussetzung zur Ausbildung zum VIT Experienced Diver** sind, abzuhalten. Das Qualifikationslevel entspricht einem CMAS Moniteur* und erfüllt die Anforderungen der ISO 24802-2 / EN 14413-2 (Scuba Instructor Level 2).

VIT TL** / CMAS Moniteur**

Dem TL** obliegt die Fortgeschrittenenausbildung, d. h. Spezialkursausbildung und Ausbildung von Tauchern zum VIT Experienced Diver**, VIT Dive Master*** und VIT Advanced Dive Master****. Das Qualifikationslevel ist äquivalent zu einem CMAS Moniteur**.

VIT TL*** / CMAS Moniteur***

Ein VIT TL*** ist für die Ausbildung von Tauchlehrern zuständig und kann als Mitglied der Prüfungskomission bei Tauchlehrerprüfungen eingesetzt werden. Das Qualifikationslevel ist äquivalent zu einem CMAS Moniteur*** und in anderen Ausbildungssystemen einem Instructor Trainer gleichzusetzen.

VIT TL**** Course Director

Der VIT TL**** ist nach Freigabe durch den Verband berechtigt, selbstständig Tauchlehrerprüfungen auszuschreiben und durchzuführen.

Sachabteilungen

Der VIT unterhält folgende Sachabteilungen, die sich eigenständig mit Themen aus ihren Fachgebieten befassen können:

  • Biologie und Umwelt
  • Freitauchen
  • IT und Neue Medien
  • Kindertauchen
  • Medizin
  • Rebreathertauchen
  • Technik
  • Visuelle Medien

Personalien

Das Präsidium des VIT besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten (seit 1992 in Personalunion mit dem Schatzmeister) und dem Ausbildungsleiter. Seit Gründung des Verbands hatten folgende Personen diese Ämter inne:

Präsident/in

  • 1976 bis 1979: Rolf Jedlitzke
  • 1979 bis 1992: Georg Krose
  • 1992 bis 1999: Hans Hein
  • 1999 bis 2007: Armin Leeb
  • 2007 bis 2009: Bernd Wolsing
  • 2009 bis 2017: Renate Hirse
  • 2017 bis heute: Georg Arends

Vizepräsident

  • 1976 bis 1979: Georg Krose
  • 1984 bis 1992: Kurt Feierabend
  • 1992 bis 1999: Fredy Kaindl
  • 1999 bis 2001: Karl Hering
  • 2001 bis 2007: Alfred Sporrer
  • 2007 bis 2016: Thomas Würfl
  • 2016 bis heute: Ronald Pohl

Ausbildungsleiter

  • 1976 bis 1980: Walter Guggenbühl
  • 1978 bis 1992: Martin Waldhauser
  • 1992 bis 1996: Norbert Zanker
  • 1996 bis 1999: Manfred Hirschmann
  • 1999 bis 2001: Ulrich Maus
  • 2001 bis 2002: Dieter Nagler
  • 2002 bis 2007: Josef Zimmermann
  • 2007 bis 2016: Georg Arends
  • 2016 bis heute: Josef Grimm

Taucherpedia

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Der VIT betreibt seit 2018 die E-Learning-Plattform Taucherpedia. Da es das selbsterklärte Ziel des VIT ist, durch eine fundierte Wissensvermittlung sichere und kompetente Taucher auszubilden, sind die Lehrinhalte für alle Ausbildungsstufen frei und kostenlos verfügbar.

Die Inhalte der Artikel sind nach Ausbildungsstufen gegliedert, so dass der Leser einfach erkennen und selbst entscheiden kann, wie tief er in das Thema einsteigen muss bzw. kann. Weiterhin bieten speziell gestaltete Online-Training-Seiten eine didaktisch sinnvolle Zusammenstellung der Themen, die ein Tauchschüler für seine Theorieausbildung auf dem jeweiligen Ausbildungslevel beherrschen sollte.

Erklärtes Ziel ist es, Taucherpedia aufgrund seines strukturellen Aufbaus sowohl als Online-Training für die Theorieausbildung, als auch als Nachschlagewerk für interessierte Taucher und Leser nutzen zu können.

Trivia

Die erste Gründungsversammlung des VIT fand am 20.02.1976 in Freiburg statt. Der verabschiedete Satzungsentwurf entsprach allerdings formal nicht den Anforderungen des Vereinsregistergerichts. Da außer dem Gründungsprotokoll auch eine gültige Satzung Voraussetzung für eine Eintragung ist, wurde kurzfristig eine neue Versammlung einberufen, auf der die berichtigte Satzung beschlossen und die Gründung des Verbandes pro forma nochmals protokolliert wurde. Diese Versammlung fand am 23.03.1976 in München statt und stellt damit die offizielle Gründungsversammlung des VIT dar.