Tiefenmesser

Aus Taucherpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Tiefenmesser ist ein Instrument zur Bestimmung der momentanen Tauchtiefe. Die Tauchtiefe wird indirekt über den Umgebungsdruck bestimmt. Damit die Tauchtiefe korrekt angezeigt wird, müssen deshalb die Einflüsse des Luftdrucks an der Wasseroberfläche und des Salzgehalts des Wassers berücksichtigt werden.

Expertenwissen (DM***)

zurück zum Online-Training DM***

Tiefenmesser nach Boyle-Mariotte

Tiefenmesser nach Boyle-Mariotte

Ein transparentes, einseitig offenes kleines Röhrchen dient als Messsystem. Beim Tauchgang dringt Wasser durch das offene Ende ein. Die Trennfläche zwischen Luft und Wasser ergibt die Tiefeninformation, die auf einer unterlegten Skala abgelesen werden kann.

In Meereshöhe ist die Luftsäule im Röhrchen in 10 m Tiefe gemäß dem Gesetz von Boyle-Mariotte auf die Hälfte zusammengedrückt, in 20 m auf ein Drittel, usw. Die Skala ist also im flachen Bereich weit gespreizt. Umso tiefer man sich unter Wasser befindet, desto enger wird sie, was die Ungenauigkeit bei der Ablesung erhöht.

Die Anzeige ist zusätzlich abhängig von der Höhe über dem Meeresspiegel: In 5500 m Höhe beträgt der Luftdruck nur noch 0,5 bar. Der Umgebungsdruck hätte sich dann bereits bei 5 m Tiefe verdoppelt. Auf der Skala des Tiefenmessers würde man allerdings 10 m ablesen.

Bourdonrohr

Ein flachgeschlagenes und gebogenes Röhrchen aus Bronze dient als Messsystem (sog. Rohrfedermesswerk). Wird das Rohr innen mit Druck beaufschlagt, ist die Kraft auf die Außenseite wegen der größeren Oberfläche größer als die auf die Innenseite. Dadurch biegt sich das Röhrchen auf. Diese Bewegung wird auf einen Zeiger übertragen. Die Skala ist linear zur Tauchtiefe.

Oft wird ein zweiter Zeiger montiert, der vom messenden Zeiger als Schleppzeiger mitgenommen wird und so immer die maximal erreichte Tauchtiefe anzeigt. Vor jedem Tauchgang muss dieser Zeiger wieder auf Null gestellt werden.

Membrantiefenmesser

Eine unter Normaldruck stehende Kapsel verformt sich unter dem Einfluss des Umgebungsdrucks. Diese Verformung wird auf ein Zeigersystem übertragen. Durch konstruktive Maßnahmen kann die Skala in geringen Tiefen etwas gedehnt werden.

Das Gehäuse wird wegen der Druckfestigkeit meist mit Öl gefüllt. Der Nullpunkt ist wegen des schwankenden Luftdrucks justierbar. Abweichungen durch die Messtoleranz sollten immer zur sicheren Seite (also tiefer) erfolgen.

Elektronische Tiefenmesser

Elektronische Tiefenmesser, wie sie in Tauchcomputern verbaut sind, sind die genauesten Tiefenmesser und kompensieren auch selbstständig Luftdruck- und Temperaturschwankungen. Winzige druckempfindliche Sensoren, meist mikromechanische Membransensoren oder Piezokristalle, erzeugen unter Druckeinwirkung ein elektrisches Signal, das ausgewertet und als Tiefeninformation digital zur Anzeige gebracht wird.