Essoufflement

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Ein Essoufflement - auch Außer Atem geraten - ist eine Erschöpfungserscheinung, die besonders bei körperlich anstrengenden Tauchgängen mit ungenügend geprüfter Ausrüstung (v. a. Atemregler und Flaschenventile) auftreten kann.

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Unterwasserzeichen Ich bin außer Atem!

Ein Essoufflement kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:

Man verfällt in eine flache und hechelnde Atmung. Hierdurch ermüdet einerseits die Atemmuskulatur und andererseits wird durch die ungenügende Ausatmung zu wenig Kohlendioxid abgeatmet. Deshalb wird der Atemreiz verstärkt und es entsteht ein Teufelskreis, der im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen kann.

Als direkte Maßnahme solltest du etwa eine Minute lang bewusst immer extrem tief Ausatmen und die Tauchtiefe verringern. Du musst unbedingt deinen Tauchpartner mit dem abgebildeten Unterwasserzeichen verständigen und falls nötig Handkontakt zu ihm halten. Nach dem Tauchgang solltest du deinen Atemregler, die Flaschenventile und deinen Tauchanzug überprüfen lassen.

Wissen für fortgeschrittene Taucher (ED**)

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Nutzung der Lungenvolumina bei Ruheatmung, Belastung und Essoufflement.

Durch oben genannte Ursachen vergrößert sich die Einatemarbeit immer mehr, wohingegen die Ausatmung aber immer ungenügender wird. Das Atemzugvolumen verschiebt sich so immer mehr in den Bereich des Einatemreservevolumens. Das Kohlendioxid, das den Atemreiz auslöst, wird nicht mehr richtig abgegeben und reichert sich im Körper an. Der Taucher kommt in einen Teufelskreis in dem sich mit jedem Atemzug der Atemreiz verstärkt. Das mündet im schlimmsten Fall in Panik, Bewusstlosigkeit und damit dem Tod, wenn kein Partner helfen kann.

Wichtigste Sofortmaßnahme ist das mehrfache, extrem tiefe Ausatmen, um Kohlendioxid abzuatmen. Schon durch die Konzentration auf die Ausatmung ist der erste Schritt zur Panikbekämpfung getan. Dazu sollte der Kontakt zum Tauchpartner, Verringerung der Belastung und ein langsamer Aufstieg kommen.

Expertenwissen (DM***)

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Da mit zunehmender Tauchtiefe der Umgebungsdruck zunimmt, steigt auch die Dichte des Atemgases an. In größeren Tiefen geht deshalb die laminare Gasströmung in den Atemwegen in eine turbulente Strömung über. Das Gas wird sprichwörtlich zäher. Dies erhöht den Atemwiderstand deutlich und begünstigt die Entstehung eines Essoufflements.