Druckausgleich

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Ein Druckausgleich ist notwendig, um den Druckunterschied zwischen luftgefüllten Körperhöhlen und der Umgebung auszugleichen. Beim Tauchsport versteht man unter Druckausgleich im Allgemeinen den Angleich des Drucks im Mittelohr bzw. den Nasennebenhöhlen an den Umgebungsdruck in der jeweiligen Tauchtiefe.

Vor deinem ersten Tauchgang

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Druckausgleich Comic.jpg

Du hast sicher im Flugzeug oder beim Abtauchen im Schwimmbad schon einmal bemerkt, dass du einen Druck auf den Ohren verspürst. Diesen Druck wirst du auch beim Tauchen verspüren. Deshalb ist es wichtig, dass du während des Abtauchens, sobald du einen leichten Druck auf den Ohren verspürst, sofort einen Druckausgleich durchführst. Halte dir hierzu die Nase zu und versuche nun durch sie auszuatmen. Du solltest ein leichtes Knacken in den Ohren hören und der Druck sollte sofort nachlassen.

Sicherheitshinweis

Sollte der Druckausgleich nicht funktionieren, dann tauche auf keinen Fall weiter ab, sondern gib sofort deinem VIT-Tauchlehrer mit dem unten abgebildeten Unterwasserzeichen Bescheid und tauche dann mit ihm langsam wieder höher.

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Unterwasserzeichen Ich kann keinen Druckausgleich herstellen.

Die Paukenhöhle, also der Bereich hinterhalb des Trommelfells im Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum. Durch das Trommelfell wird er Richtung Außenohr abgedichtet. Ändert sich beim Ab- oder Auftauchen der Umgebungsdruck entsteht in der Paukenhöhle ein relativer Unter- bzw. Überdruck. Dadurch wird das Trommelfell verformt. Bei geringem Druckunterschied nimmst du das als einen Druck auf den Ohren wahr. Bei größer werdendem Druckunterschied wird die Deformation des Trommelfells immer größer und du verspürst starke, stechende Schmerzen. Um Schädigungen oder gar ein Reißen des Trommelfells zu vermeiden, muss der Druckunterschied durch einen Druckausgleich ausgeglichen werden.

  • Trommelfell in normaler Lage an der Wasseroberfläche.
  • Durch Druckdifferenz gewölbtes Trommelfell beim Abtauchen.
  • Trommelfell in wieder in normaler Lage nach erfolgtem Druckausgleich.

Beim Abtauchen drückst du hierzu mit Daumen und Zeigefinger deine Nasenflügel zusammen und versuchst leicht durch die nun verschlossene Nase auszuatmen (sog. aktiver Druckausgleich). Dabei baut sich ein Druck in deinem Nasen-Rachen-Raum auf, der die Eustachi'sche Röhre zu deiner Paukenhöhle öffnet. Da du die Luft aus deinem Atemregler unter dem in der jeweiligen Tiefe herrschenden Umgebungsdruck atmest, wird dadurch die Druckdifferenz zwischen Mittel- und Außenohr ausgeglichen und das Trommelfell erreicht wieder seine Normalstellung. Beim Auftauchen wird die Eustachi'sche Röhre durch den Überdruck im Mittelohr von selbst geöffnet (sog. passiver Druckausgleich).

Den Druckausgleich musst du während des Abtauchens immer wieder durchführen. Am besten schon dann, wenn du nur einen leichten Druck auf den Ohren verspürst, und nicht erst, wenn du schon Schmerzen hast. Du darfst den Druckausgleich auf keinen Fall durch heftiges Drücken erzwingen. Sollte der Druckausgleich einmal nicht funktionieren, darfst du auf keinen Fall tiefer abtauchen, sondern musst die Tauchtiefe verringern bzw. den Tauchgang beenden, da du ansonsten ein Barotrauma des Ohres riskierst. Gegebenenfalls solltest du einen HNO-Arzt aufsuchen.

Die Ursachen, wieso ein Druckausgleich nicht hergestellt werden kann, können vielfältig sein:

  • Du hast den Druckausgleich nicht rechtzeitig durchgeführt oder hast ihn vergessen.
  • Du bist erkältet, die Schleimhäute besonders in der Eustachi'schen Röhre sind dadurch angeschwollen und sie kann sich dadurch nicht oder nur ungenügend öffnen.
  • Ein harter Ohrschmalzpfropf oder Ohrenstöpsel verlegen den Gehörgang.
  • Eine zu eng anliegende Kopfhaube verhindert den Druckausgleich.

Folgende Tipps solltest du beherzigen, um einen Tauchgangsabbruch wegen eines nicht funktionierenden Druckausgleichs zu vermeiden:

  • Teste den Druckausgleich vor dem Tauchen an der Wasseroberfläche.
  • Führe den Druckausgleich bereits durch, wenn du nur einen leichten Druck auf den Ohren verspürst.
  • Tauche niemals bei einer Erkältung bzw. einem Infekt.
  • Setze keine schleimhautabschwellenden Mittel ein. Die Wirkung lässt zum Tauchgangsende nach und der passive Druckausgleich beim Auftauchen ist dann nicht mehr möglich.
  • Vermeide Genuss- und Lebensmittel (z. B. Rauchen), welche die Schleimproduktion im Körper erhöhen.
  • Verwende keine Ohrenstöpsel und keine Wattestäbchen zum Reinigen der Ohren.
  • Hebe eine enganliegende Kopfhaube beim Druckausgleich leicht an.
  • Tauche möglichst langsam und mit Zwischenstopps ab und auf.
  • Vermeide Jo-Jo-Tauchgänge im Flachwasser.